Der Garten
(from Sulamith by Frithjof Schuon, 1947)
Du bist der Garten meiner letzten Freude,
Darin wohl über uns ein Vogel sang,
Und bist die Weise, die die Nacht durchdrang,
Rauschen des Windes oder Deine Seide.
Du bist das Wunder, so ich jäh umschlang;
Schimmernde Schönheit, hell in dunklem Kleide,
Du duftetest mir tausend Nächte lang.
Du warst die Fülle und der Schmerz der Leere
Und alle Lust, die meiner Seele schied,
Daß sie sich selbst in ihrem Wahn verzehre.
Da ich Dich küßte, ward Dein Leib ein Lied
Wohl ohne Ende wie das Meer der Meere
Und wie der Sturm, der durch die Berge zieht.