Archives Frithjof Schuon

Über das göttliche Wollen

Das Rätsel des Ausdrucks »Gott tut, was er will« klärt sich mithilfe des folgenden Arguments: Das Buch Exodus lehrt uns, dass »das Herz Pharaos verhärtet wurde« oder dass »Pharao sein Herz verhärtete«; es lehrt uns aber gleichermaßen zu wiederholten Malen, dass »der Herr das Herz des Pharao verhärtete«, und es legt das folgende Wort in den Mund Gottes: »Ich habe sein Herz und das Herz seiner Diener verhärtet«; was zeigt, dass die beiden scheinbar widersprüchlichen Ausdrücke in Wirklichkeit gleichbedeutend sind. Genauso der Koran: »Gott führt in die Irre, wen er will«; die Kommentatoren führen genauer aus, dass »Gott in die Irre führt«, indem er sich von denen abwendet, die in die Irre gehen wollen, und sie so den Einflüssen ihrer eigenen Finsternis ausliefert. Der Ausdruck »Gott führt in die Irre« – oder »Der Herr verhärtete« – erklärt sich durch das Bedachtsein darauf, uns daran zu erinnern, dass die Ursache für unser Licht Gott ist und dass folglich die Ursache für unsere Finsternis nur die Abwesenheit Gottes sein kann; eine Abwesenheit, die durch den luziferischen Wunsch ausgelöst wurde, abwesend von ihm zu sein, oder tiefer: – wie Pharao – Weisheit und Macht außerhalb der Weisheit und Macht Gottes zu sein…

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